„Kennst du das?
Manchmal passieren dumme Dinge, und im Bauch zieht sich alles zusammen.
Rudi Rakete möchte dann sofort Alarm schlagen und los heulen.
Da schleicht sich ein kleiner Gedanke ein. Knick-Knack flüstert uns zu.: ‚Pst! Nicht weinen!‘
Heute schauen wir mal, was in deinem Kopf-Cockpit passiert, wenn wir den geheimen ‚Umschalt-Knopf‘ drücken.“
Stella und der Ratsch
Es war ein grauer Dienstag. Auf dem Heimweg stolperte Stella über ihre eigenen Füße.
Ratsch! Da war ein Loch in ihrer neuen Lieblingshose. Und das Knie blutete auch ein bisschen.
Zu Hause angekommen, fühlte sich Stella ganz elend. Ihr Hals war eng und im Bauch kribbelte es unangenehm.
Mama sah das kaputte Knie und sagte tröstend: „Oje, Mäuschen. Das tut bestimmt weh.“
Im Cockpit
Der Alarm klemmt. In Stellas Kopf-Cockpit blinkte alles rot.

„Alarm! Alarm!“, ruft Rudi. „Es tut weh! Wer weiß wie schlimm das ist!“
Rudi zitterte am ganzen Körper.
Da sprang Knick-Knack aus der Ecke. „Halt!“, rief Knick-Knack und versperrte den Weg zum Tränen-Hebel.
„Wir weinen nicht! Das ist peinlich!
Zähne zusammenbeißen.
Der Stau im System
Jetzt passierte etwas Blödes: Rudi blieb er im Alarm-Zustand. Sein Herz raste weiter. Der Bauch tat weh vor Anspannung.
Willi Wirklichkeit schaute auf die Anzeigen. „Das funktioniert nicht“, meldete er.
„Wenn wir die Tränen blockieren, bleibt Rudi im Panik-Modus. Wir verbrauchen unnötig viel Energie.“
Das ist wie im Wasser stehen und es steigt immer höher an.
Kosma und der Faktencheck
Pilotin Kosma drehte sich ruhig um. „Stopp“, sagte sie.
„ Was meint Ihr, sind Tränen nützlich? Knick-Knack sagt, sie sind unnötig. Willi, was sagt das schlaue Buch?“
Willi blätterte in seinem dicken Lexikon der Körper-Geheimnisse. „Hier steht es!“, rief Willi. „Tränen haben Superkräfte:
Am Bildschirm tauchte eine Erklärung dazu auf.
Das Leuchtfeuer: Es signalisieren den anderen Menschen: ‚Komm her, ich brauche Hilfe!
Das ist schlau, denn allein ist man schwächer als zu zweit.
Der Umschalter: Weinen drückt im Körper einen Knopf, der uns von ‚Alarm‘ langsam auf ‚Ruhe‘ umschalten lässt.
Wie das Abkühlen nach einem Rennen.“
Dann können wir schauen, wie schlimm es tatsächlich ist. Oder Entwarnung geben.
Die Entscheidung
Kosma nickte. „Hörst du das, Knick-Knack? Wenn wir nicht weinen, läuft Rudi im Kreis und ist gestresst.
Wenn wir weinen, kann er wieder zur Ruhe kommen und entspannen.“ Sie schaute Rudi an. „Willst du dich entspannen?“ „Oh ja, bitte!“, rief Rudi.
Kosma programmierte eine neue, nützliche Annahme ein:
Tränen sind der Umschalter, um vom Alarm in die Ruhe zu kommen.
„Na dann“, sagte Kosma sanft. „Wasser marsch!“
Das Umschalten
Stella lies los. Sie vergrub ihr Gesicht in Mamas Pullover und weinte dicke, warme Tränen.
Mama verstand das Signal sofort. Sie nahm Stella fest in den Arm und streichelte ihren Rücken.
Und im Cockpit? Da geschah das Wunder.
Durch das Weinen fuhr Rudis System herunter. Das rote Blinklicht ging aus. Ein sanftes grünes Licht ging an.
Rudi atmete tief aus und setzte sich auf seinen Polster.
Nach ein paar Minuten war es vorbei.
Sie hörten Stella ein paar Mal schniefte. Die Anspannung war gewichen und sie fühlten sich wohlig müde und ruhig.
„Besser?“, fragte Mama. „Ja“, sagte Stella. Der Schrecken war weggewaschen.
„Weißt du was?“, sagte Mama. „Auf die Hose nähen wir einen Glitzerstern.“ „Au ja!“, sagte Stella.
Im Cockpit lächelte Kosma. „Gut gemacht, Team. Wir haben erfolgreich auf Entspannung umgeschaltet.“
